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Die Entwicklung von Blockchain und DAOs

In unserem REFuture Hauptstadtstudio Interview spricht Senior Web3 Developer Stefan Adolf über Vorteile und Anwendungen der Blockchain-Technologie. Außerdem beschäftigt er sich mit den Themen NFTs, DAOs und Dapps. Er erzählt uns über seine Erfahrung aus der Expertenbubble, definiert wichtige Begriffe wie DAO und Web3 und gibt eine aussichtsreiche Prognose ab.

Angesprochene Themen: 

  • Abbildung des Immobilienregisters auf der Blockchain 
  • Blockchain als unabhängige, offene Vertrauens-Technologie  
  • Keine Intermediären für Transaktionen benötigt 
  • Verschiebung des Wirtschaftens von einer bankbasierten Technologie auf eine vertrauensbasierte offene Technologie 
  • Adoption von Blockchain und deren Anwendungen 
  • DAOs: Dezentrale Autonome Organisationen
  • Web3, eine Bewegung das neue Internet zu erschaffen
  • Dezentrale Finanzen 

Herr Adolf, Immobilien wechseln den Eigentümer in Windeseile. Die Blockchain Community schwärmt von der Tokenisierung des Grundbuches ganz nach schwedischem Vorbild Experten. Ist das zu stürmisch? Immobilien hätten nichts mit gewöhnlichen Wertpapieren gemein. Sie, Herr Adolf haben sich mit den Möglichkeiten der Blockchain und eine Abbildung des Buches auf der Basis beschäftigt. Wie ist denn da der aktuelle Stand?  

Das ist eine sehr gute Frage. Wir beschäftigen uns seit drei bis vier Jahren im Rahmen der Turbine Kreuzbergs, einer Agentur in Berlin, mit Zukunftsprojekten auf der Blockchain. Das war auch der Arbeitgeber, der mich in dieses Thema brachte. Wir haben damals rausgefunden, dass das größte Problem, das es momentan gibt, die Registrierung von real erhältlichen Werten generell ist. Registraturen, also Aktienregister, Bonitätsregister oder auch Immobilienregister waren der naheliegendste Meilenstein, den man mit Blockchain Technologie tatsächlich umsetzen konnte. Und das ist eines der Themen, welches wir bei Turbine aufgegriffen haben, jahrelang bearbeitet, und mit einigen Beratern aus der Immobilienwirtschaft aufgenommen haben, um daraus ein Prototyp namens IMO-Schein zu entwickeln. Kein allzu anziehender Name, aber passte sehr gut. Darauf wurden Flurstücke und ganze Grundstücke modelliert und auf Blockchains abgelegt, unter anderem perspektivisch, um später Werte Verschiebungen auf diesem System möglich zu machen.  

Das war also ein Entwicklungsprozess. Wie ging es da los? Also hat man sich in einem Raum getroffen und alles einmal auf den Tisch gelegt? Oder wie sind die Partner zusammengekommen? 

Genauso ist es tatsächlich passiert. Es ging ein bisschen von unserer Geschäftsführung aus. Wir hatten einen Geschäftsführer aus Heilbronn. Daniel Niel, der Grund erworben hatte in seiner Heimat und der dann im Rahmen der Turbine Kreuzberg auf diese Idee kam und sagte: ‚Wollen wir nicht eine schwarze Blockchain machen?‘ Wir hatten andere Themen schon voll auf dem Tisch. Also gerade digitales Patientenregister und Patientenakte. Und Daniel schlug vor doch einfach mal auf der Blockchain, das Immobilienregister abzubilden. Die Geschäftsführung zusammen aus Blockchain Entwicklern kamen dann zu dem Schluss dies in die Tat umzusetzen, es zu demonstrieren und mit Unternehmen zusammenarbeiten, die potenziell Lust empfinden, an dieser Stelle weiterzumachen. Dann trafen wir uns mit verschiedenen Vertretern, auch aus Berlin die zu uns kamen und wissen wollten, wie das denn aussehen würde? Wir kamen dann am Ende auf diesen Extrakt, also dass das Grundbuch wahrscheinlich der erste Schritt wäre, welcher gewisse Begeisterung erzeugen würde und Leute da heranführen würde an das Thema. 

Wir bleiben bei Begeisterung. Was sind denn die wichtigsten sinnvollen Anwendungen auf Basis von Blockchain Technologie und warum sind Blockchains so einzigartig für die Umsetzung geeignet?  

Das Großartige ist, dass ein Register staatliche Werte beinhaltet, auf die wir alle zugreifen wollen. Das unterliegt immer einer Vertrauens-Technologie. Normalerweise ist es so, dass der Staat solche Register für uns führt, das Grundbuch zum Beispiel, und wir dann dem Staat vertrauen müssen, dass der dieses Grundbuch auch korrekt führt. Also alle Einträge in diesem Grundbuch werden von Notaren oder Beamten vorgenommen. Und Blockchains ermöglichen es nun, dieses ganze Verfahren zu digitalisieren oder im Sinne von Digitalisierung so aufzuarbeiten, dass man keine zweite Instanz und keinen Menschen mehr benötigt, um irgendeinen Wert auf dieses Register zu schreiben und dass man damit im Prinzip Hunderte von Mitarbeitenden überflüssig macht. Es geht nicht um Überflüssigkeit, es geht darum, dass man ein System findet und ein System benutzt, bei dem es kein menschliches Zutun mehr braucht, um Werte zu registrieren.  

Ich meine, jeder wird gleichbehandelt. Genau die Digitalisierung. Uns stehen dann Menschen dahinter, also Notare mit ihren eigenen Befindlichkeiten, Prozesse, die dann ablaufen, handschriftlich hier, dann Akten abgelegt da. Das ist bei der Blockchain anders.  

Genau, also bei der Blockchain. Das hängt bisschen von der Blockchain Technologie ab. Da kommen wir gleich noch mal zu. Blockchains sind grundsätzlich erst mal offene Technologien, die im Prinzip, also von Infrastrukturseite her betrieben werden, von vielen sogenannten intensivierten Partnern. Das heißt, jeder kann an diesem System teilnehmen und diese Blockchain am Laufen halten. Das ist nicht heute unser Thema. Aber das Verfahren, wie solche Blockchains überhaupt existieren, zustande kommen und warum sie existieren, das ist ein ganz, ganz großes Thema. Etwas, was wahnsinnig spannend ist. Auch viel interessanter ist tatsächlich, was man mit diesen Technologien anfangen kann. Und wie gesagt, Grundbücher sind nur ein Teil des Themas. 

Aber nur ein Teil, Sie sagten, dass es unendliche Möglichkeiten hat. Aber Sie haben sich nur einen Teil herausgegriffen? 

Richtig, also Blockchain sind Grundlagen Technologien, die es ermöglichen generell Register zu führen, Anteilsscheine abzubilden, zu tokenisieren, Geld, also wirklich Geldflüsse möglich zu machen, Währungen neu zu erfinden und mithilfe von sogenannten Smart Contracts die Regeln tatsächlich so in Code festzuhalten, dass niemand an den Regeln vorbei arbeiten kann. Registraturen sind fast die einfachste Applikation auf Blockchain Basis.  

An anderen komplizierten Arbeiten sind Sie noch dran? Denn die nächsten Schritte kommen ja. Ist das jetzt schon insofern perfektioniert, dass Sie sagen, das ist jetzt der Endstatus? Kann man jetzt loslegen oder gibt es da noch Dinge zu tun?  

Es gibt unglaublich viele Dinge. Also wer so ein bisschen in den die News verfolgt hat. Vor zwei Wochen gab es diesen großen March auf Ethereum Mainnet und hat im Prinzip etwas neues möglich gemacht, was, wir nie für möglich gehalten haben, nämlich dass man eine sichere Blockchain, und bis jetzt ist es erwiesenermaßen sicher eine, mit nahezu null Energieaufwand betreiben kann. Das werden Bitcoin Betreiber heutzutage immer noch nicht glauben, aber Ethereum hat das hingekriegt.  

Tatsächlich entwickelt sich Blockchain Technologie extrem weiter und es gibt jetzt in der Szene, gerade in der Berliner Szene, sehr viele Kern Entwickler, die neue Technologien erforschen. Aber wir reden da über völlig abgefahrene Kryptografische Verfahren, denen auch noch niemand in der realen Welt etwas gehört hat. Das sind also Verfahren, die teilweise aus Amerika von den Universitäten gerade erst in die Technologie einfließen, die die Effizienz dramatisch erhöhen, die die Skalierbarkeit erhöhen von Blockchains, die potenziell aber eben auch die Sicherheit erhöhen und die was ganz, was ich persönlich wahnsinnig wichtig finde, aber eben auch private Daten schützen können. Auf Blockchain Basis ist es möglich nicht nur Währungsströme darzustellen, sondern Werte, die in der realen Welt existieren, tatsächlich so zu tokenisieren, dass sie zu einer Handelsware werden. Und das kann man machen, ohne dass man dafür ein Verwahrer braucht oder eine Bank braucht. Das kann jeder machen.  

Und dann stellen sich spannende Fragen: Welche rechtlichen Implikationen hat das jetzt? Also man muss natürlich, wenn man Grundstücke erwirbt, eine Grundsteuer zahlen. Man muss, wenn man auf der Blockchain Erlöse erwirtschaftet, Steuern zahlen. Das ist aber eine Sache, die man als deutsche Staatsbürger sowieso tun muss, ob man das Geld auf einer Blockchain erwirtschaftet oder nicht, hat das Finanzamt genau genommen nicht zu interessieren. Es ist wirklich nur eine Verschiebung der Wirtschaft oder des Wirtschaftens von einer Bank- und Vertrauens basierten Technologie hin zu einer uns allen offenstehenden Technologie, wo niemand mehr fragen muss, ob man ein neues Konto eröffnen darf.  

Dazu kommt die Transparenz. Alles ist öffentlich einsehbar. Im Prinzip kann jeder alles sehen. Und das, worauf wir hinarbeiten, ist halt eine Erweiterung dieser Technologie, die es ermöglichen wird, dass man nicht alles über eine Person sehen muss, wenn man Transaktionen nachverfolgt. Diese Waage zwischen persönlicher Identifizierbarkeit, zwischen Nachverfolgbarkeit und Transaktionalität, ist im Prinzip dieses Umfeld, in dem sich Blockchain Technologen bewegen und mit dem wir versuchen, die Zukunft zu erfinden. Das ist aber alles ganz sicher nicht fertig. Das ist alles, teilweise sogar hochexperimentell. Das funktioniert alles unglaublich gut. Zwar gibt es ganz viele Nachrichten, wo viele sagen ‚Ja, da wurden Leute bestohlen auf der Blockchain.‘ Das stimmt. Aber das liegt meistens daran, dass man die Technologie halt falsch benutzt hat. Die Technologie ist nämlich nicht ganz einfach zu benutzen, wenn man es richtig machen will. Aber sie ist intrinsisch witzigerweise sicher. Und das haben viele nicht ganz verstanden, dass Blockchains unangreifbar sind, unaufhaltbar sind und freien Zugang für jeden Bürger auf der Welt ermöglichen.  

Sie brechen das gerade so schön einfach runter. Aber viele sagen in die Blockchain um Gottes willen, Technologie bin ich ja überhaupt nicht so einer, der sich mit dieser Materie beschäftigen will. Aber wie schaffen Sie es denn sozusagen auch mit Ihrem Unternehmen, diese Hemmschwelle, diese Hürde zu nehmen, weil Sie ohne Blockchain nicht mehr weitergehen? 

Ja, also ich würde nicht sagen, dass es auf der Welt keine Technologie ohne Blockchains mehr gibt. Ich will nur sagen, dass es natürlich sehr viele Player gibt, die heute existieren, die die Blockchain adaptieren müssen oder dann, wenn sie es nicht tun, disputiert werden. Das sind vor allem Banken, große Banken. Tatsächlich ist es so, Adoption für Blockchains herzustellen. Jeder, besitzt bei Coinbase eine Wallet, wo er sich schon mal Crypto Tokens gekauft hat. Ohne jetzt die Fachbegriffe erklären zu wollen, aber ich merke, dass die Adoption gar nicht so wahnsinnig kompliziert ist. Leute wollen das ja benutzen. Das merke ich jeden Tag. Tatsächlich ist es dann also spannender, wenn man Leuten anfängt, komplexere, gar nicht mal so schwer klingende, aber dann komplex ablaufende Prozesse beibringen zu wollen. Und ganz einfaches Beispiel NFT verkaufen, das haben auch schon ganz sicher sehr viele von unseren Zuschauern gemacht. Dafür braucht man dann eine MetaMask Wallet auf Ethereum und dann muss man da irgendwie Transaktionen proofen und Dinge freigeben. Und ich habe das gerade letzte Woche wieder mit ein paar Leuten gemacht, alles Techniker, die aber noch nie vorher so was gemacht haben. Und ich merkte dann, wie kompliziert das immer noch ist. Es arbeiten an der Grundlage viele Leute dran, diese Diversität dieser Systeme besser zu machen, wo dann nicht mehr steht: ‚Sie approven jetzt für 1. Mio. irgendeinen Kontrakt und eine Adresse‘, sondern da muss halt drinstehen: ‚Achtung, Sie erlauben es jetzt einem anderen System ihre Tokens auszugeben.‘ So, und genau das steht da momentan eben nicht und deswegen wird es relativ kompliziert.  

Es gibt viele Begrifflichkeiten, die wir jetzt gerne mal von Ihnen erklärt haben wollen. Zum Beispiel können die Teilnehmer einer DAO etwas besitzen und wem gehört dann wirklich etwas?  

Eine DAO ist eines der spannendsten Vehikel, die es gerade überhaupt gibt in der ganzen Blockchain Industrie. Und es ist gar nicht so schwer zu erklären, denn sie haben gar keine gemein gültig anerkannte Ausgestaltung. Eine DAO ist eine dezentrale autonome Organisation und auch viele aus der Szene beginnen, wenn man das Wort Organisationen hört, darüber nachzudenken, ob das jetzt vielleicht so was ist wie eine GmbH auf der Blockchain oder eine Aktiengesellschaft. Und tatsächlich fühlt sich eine DAO meistens auch so an, wenn man jetzt in der Szene drin ist, reden viel über DAOs, die gar keine machen. Die machen ein Forum auf, eine Community, finden Leute und reden darüber, wie sie die Welt besser machen können. Also in der Regel haben DAOs ein sehr spezielles Ziel. Das gab es lange Zeit aus, die sie mit auseinandergesetzt haben. Wie kann man 100 Leute zusammenbringen, die dann ein besonders teures NFT kaufen können? Die legen alles zusammen und kaufen dann mit dieser DAO zusammen dieses sehr teure Kunstwerk auf der Blockchain. Das ist in den letzten Monaten sicherlich einer der Hauptanwendungsfälle von DAOs gewesen. Was DAO gut können, ist Demokratie abbilden, und zwar also unglaublich basisdemokratisch. Und das ist auch genau ihre große Schwäche, wie in der realen Welt. Demokratie ist nicht einfach. Wenn wir Demokratie so leben, wie ein Grieche das erfunden hat, dann hätten wir alle ein Stimmrecht, genauso funktionieren DAOs. Wenn man Demokratie so lebt, dann wird Demokratie intensiv und schwerfällig. Die Leute müssen auch Lust auf Demokratie bekommen, die müssen ja auch mitmachen wollen. Und man merkt bei DAOs, dass viele Leute gar nicht so wahnsinnig engagiert sind. Die wollen die Tokens haben und denken, sie werden jetzt damit reicher. Die gewinnen halt den Wert. Aber das Interesse an der demokratischen Entscheidung innerhalb einer solchen Organisation teilzunehmen haben die wenigsten.  

Wenn mir etwas in der realen Welt gehört oder wenn eine DAO ein Grundstück erwerben wollen würde, das ist halt, sagen wir mal der Grundstücksverwalter auf der Blockchain, dann ist es bis jetzt gesetzgeberisch überhaupt nicht gelöst, wem jetzt wirklich dieses Grundstück gehört. Was definitiv heutzutage nicht möglich ist, ist das eine auf der Blockchain existierende Interessengemeinschaft dieses Grundstück verwalten könnte. Das ist nicht möglich, denn es gehört ihnen rechtlich nicht. Dafür braucht man immer eine Realwelt Entsprechung. Und jetzt wird es ein bisschen politischer. Tatsächlich ist es so, dass die Überlegung, wie man eine DAO in ein GmbH Konstrukt einbetten könnte, dass das funktioniert, wage ich stark zu bezweifeln. Was wahrscheinlich eher passieren wird, ist, dass diese GmbH Genussrechte verkaufen wird, die DAOs konsumieren können. DAOs gehören dann im Prinzip Anteilsscheine an immer noch real weltlich existierenden Unternehmen und können auf ihre Entscheidung nicht direkt Einfluss nehmen. Aber sie können im Prinzip das Geld entziehen, wenn diese GmbHs nicht so handeln, wie die DAO das möchte. Darauf wird es, glaube ich, hinauslaufen.  

Also immobil kommt, sagt man nicht dieses Haus gehört mir, sondern durch dieses Haus verdiene ich Geld und bin auch beteiligt. Also das heißt nicht Besitz, sondern anteilig daran partizipieren. 

Genau. Am Ende ist es möglicherweise egal, womit man sein Geld verdient. Man muss das Haus nicht besitzen, um aus Mieteinnahmen zu profitieren. 

Ja, eine ganze Menge aufwendig, schon den Flur. Wer saniert das Bad? Wer spielt den Hausmeister?  Das fällt ja alles weg.  

Diese Entscheidung will man in einer Genossenschaft gemeinschaftlich treffen, und kommt am nächsten ran, was eine DAO ist. Tatsächlich sind wahrscheinlich die wenigsten Menschen so daran gewöhnt, gesellig oder Genossenschaften zu gründen, das wird es wahrscheinlich so nicht geben bei der Masse.  

Die Mehrheit hat recht und heißt eigentlich immer das recht haben, Recht ist, oder?  

Also das ist die klassische 50 % Demokratie, wenn die meisten Leute irgendwie sagen ja, so wollen wir das haben, dann wird das auch so, aber die Masse muss ja nicht unbedingt das logische Recht haben. Das merken wir auch in der realen Demokratie die ganze Zeit. Das Gemeine ist, es gibt kein besseres System als das. Also wenn wir uns darauf einigen, dass 50 % gewinnen, dann ist das wahrscheinlich das fairste System, das gibt es auf dem Planeten, welches nur nicht immer zu den wirklich sinnvollsten Lösungen führt. Das aufzubrechen erfordert halt Delegation. Das machen wir im realen der realen Welt auch. Wir delegieren unsere Stimmen an Abgeordnete und Parlamentarier. Auf der Blockchain fokussiert das außerordentlich gut, dass man sagt, wir haben Stimmrechte, die sind nebenbei sogar noch genug berechtigt, sie haben also sogar noch einen Wert. Und wenn ich die jemanden an jemand delegiere, habe ich immer noch den Wert oder kann später darauf zugreifen, kann aber jemandem, der wahrscheinlich mehr über die Thematik Bescheid weiß, Recht übereignen. Und genau das machen große DAOs, wie ENS zum Beispiel. Gerade das hat auch die Piratenpartei schon vor zehn Jahren mal vor, die Fluid Democracy ist das. Heute funktioniert auf Basis von Blockchain schon ziemlich gut, scheitert wie gesagt an der Partizipation so ein bisschen. Da müssen alle teilnehmen wollen, wie in der realen Welt. Wenn keiner wählen geht, dann auch kein Parlament.  

Ich habe schon eingangs erwähnt, WEB3 Entrepreneur, kann man noch mal, dieses WEB3, wo Sie sagen, ich bin da in der Bubble drin, ich bin da unterwegs, kann man sich vorstellen, Tür aufmachen, hereingehen. Man ist da drin. Ist man dann drin bei Web3?  

Das ist eine gute Frage. Und vielleicht ist das sogar die einzig richtige Frage. Denn es geht bei Web3 nicht um die Blockchain. Es geht nicht um solche Technologien wie IPFS, das interplanetare Wahlsystem und Peer-to-Peer Netzwerke. Das ist alles Bestandteil von Web3. Was Web3 wirklich ist, ist eine Bewegung, das nächste Internet zu bauen. Und damit reden wir nicht über Technologie. Wir reden über die nächste Community, die jetzt gerade entsteht, die digitale Technologien für sich entdeckt und möchte, dass Besitz nicht von einem Paypal oder einem Facebook kontrolliert wird, sondern den Besitz will ich in diesem Internet selbst mit verwalten können. Dafür braucht es dann Blockchains. Aber Web3 dreht sich nicht um Technologie vorrangig, sondern um diese Community. Um Leute, die zusammen neue Technologie entwickeln und erforschen und benutzen wollen, um dann ihr Leben auf diese Technologie auszurichten.  

In diesem Raum und entwickelt vielleicht eine neue Gesellschaft. Es klingt schon fast ein bisschen so, als ob man da vieles adaptiert, hier hereinbringen, herausgeben und so ist das so? 

Die Cyberpunks, die angefangen haben, die Idee von Bitcoin zu entwickeln, haben ganz sicher solche Ideen gehabt. Und ich kann Ihnen versichern, diese Ideen gibt es heute noch. Wir sind aber ganz sicher keine anarchische Gesellschaft. Es geht nicht darum, mit der Blockchain die Welt abzulösen. Es geht schon darum, viel zu unterstützen. Aber es geht auch darum, zu zeigen, was eigentlich möglich ist. Und Blockchain Technologie enthält in der Tat ein paar sehr fragwürdige Momente, auf die man dann stößt, wenn man sie benutzt.  

Es ist der Wilde Westen. Wenn ich als Hacker besser bin als ein anderer Autor eines Smart Contracts, kann ich im Prinzip Hunderte von Millionen Dollar aus diesem System herausholen. Und mich kann nicht mal jemand damit real verfolgen. Also ich mache immer noch was Illegales, aber es ist sehr schwer, diesen Menschen zu verfolgen. Und das ist gerade jetzt in diesem Moment, wirklich Indianer und Cowboys, da geht die Post ab, wie man es als Hacker sagen würde, die versuchen sich gegenseitig zu überbieten an Klugheit und der Klügste gewinnt gerade. Das ist kein nachhaltiger Zustand. Man merkt aber, wie die Technologie beiden Seiten in die Hände spielt und das, was da gerade passiert, im Prinzip die Zukunft mitbestimmt. Und wenn dieser Kampf ausgefochten ist und die Technologie so sicher ist, dass das nicht mehr so einfach möglich wird, dass das viel mehr Leute überprüfen, was eigentlich gerade passiert, dann sind wir, glaube ich, an dem Punkt angekommen, wo Blockchains wirklich mehrheitsfähig und gesellschaftsfähig werden.  

Das wird sicher noch ein paar Jahre dauern, solange sind die Cyberpunks dabei, jetzt als Räuber und Gendarm zu spielen auf der Blockchain. Es ist trotzdem auch für die normal Anwender, sagen wir mal nicht unglaublich gefährlich. Also man kann da nicht so wahnsinnig viel falsch machen, wenn man sich an die Regeln hält und ein bisschen sich beschließt. Das ist jetzt nicht allzu schlimm. Schlimm wird es dann eher, dass die Hacker im Prinzip Banken bestehlen. So, da kann keiner mehr was machen. Das ist in der realen Welt tatsächlich anders. In der realen Welt würde notfalls der Staat haften. Also wenn irgendjemand der Commerzbank alle Konten leerräumt, dann haftet da unser Finanzminister schon. Das haben wir schon ein paar Mal gemacht. Das ist auf der Blockchain sicher nicht möglich. Ich kann auf der Blockchain kein Geld drucken. Ausgeschlossen. Da gibt es halt keine Gelddruckmaschine basierte Inflation und man muss dafür eben neue Wege finden, die man hier auch finden müsste in der realen Welt. Da merkt man dann, dass dieses `oh kann das ganze Geld wegnehmen und niemand ersetzt einem das. ´ Ja, das ist halt so, weil, um es zu ersetzen, müsste man das Geld drucken und die Blockchain zeigt an, wie eine Welt aussehen müsste, wo das nicht möglich wäre. Das ist auch großartig. Also die strahlt zurück und hält uns einen Spiegel vor und sagt Leute, mit eurer real fiskalischen Politik, das ist doch eigentlich Nonsens. Das müsste doch eigentlich so sein, auch wenn ich jetzt naiver klingt, so Bretton Woods mäßig klingt, aber die Geldmenge dürfte sich eigentlich nicht wirklich erhöhen. Das ist ein reines Wachstum, eine Wachstumserzählung. Und das illustriert einem die Blockchain Technologie mit allem, was auf ihr gerade passiert.  

Was wünschen Sie sich denn für die nächste Zeit? Also jetzt in den nächsten kann man sagen fünf Jahre Schritte, zehn Jahre Schritte, wenn ich Sie so reden höre und so, so völlig euphorisch mit dabei, kann ich mir vorstellen. Ich kann nur fragen: Was wünschen Sie für nächsten drei Monate? Wenn da so riesengroße zeitliche Sprünge gemacht werden, da ist wahrscheinlich schon alles zu spät. In zehn Jahren ist alles schon passiert. Dazu mal so einen Impuls geben zu sagen entweder oder, also: Och Gott, du musst dich heute unbedingt dransetzen. 20:15 Nach der Tagesschau wird kein Film geguckt, sondern beschäftige dich jetzt damit oder bleib entspannt, es ist alles im Werden. 

Bleib entspannt, es ist alles ein Werden. Also es gibt so einen Spruch einer Szene und die muss man auch wieder so ein bisschen ironisch nehmen. Der heißt: ‚We are still early.‘ Also es ist alles noch sehr früh. Das sagt man aber mehr aus Witz, weil es gar nicht mehr so früh ist. Also wenn man jetzt noch nicht dabei ist, hat man natürlich die ersten zwei großen Wellen des Erfolges schon verpasst. Man hat aber auch die zwei großen Abstürze schon verpasst. Also genau genommen gab es noch nicht viel zu gewinnen für jemanden, der ein klassisches konservatives Portfolio halten würde. Ich behaupte, es macht wirklich Sinn, sich mit dem Thema Blockchains generell auseinanderzusetzen. Man erzeugt die privaten Schlüssel, man verwahrt sie üblicherweise in sogenannten Hardware Wallets, um Werte aufzubewahren. Und man muss sich immer darüber im Klaren sein, es gibt halt keine Passwörter mehr und niemand, den man anrufen kann von Google, der einem das Passwort wiederherstellen könnte. Also es obliegt einem selbst seine Werte abzusichern. Und wo stehen wir jetzt in den nächsten drei Monaten bis zehn Jahren? Das ist genau die spannende Frage. Es entwickeln sehr viele Leute die Grundlagen-Technologie weiter, aber die leben in ihrer Grundlagen-Technologie, Welt, die bauen Blockchains und ich sehe das jetzt in den letzten Wochen, Monaten. Es gab jetzt eine sehr große Veranstaltung im Rahmen der dmexco, zum Beispiel in Köln. Es gibt Veranstaltungen, wo das Thema Tokenisierung auftritt. Wir merken, dass natürlich die reale Welt jetzt langsam in Gang kommt. Und es geht nicht nur um. Es geht auch nicht um Spekulation. Uns geht es darum, reale Werte mit Blockchain Technologie schneller handelbar zu machen. Und ich glaube schon. Also man kann sich auch Blockchain Podcasts von der Deutschen Bank anhören. Alexander Bechtel. Man merkt, wie das langsam ankommt in den Köpfen sehr vieler ehemaliger traditioneller Investoren. Auch Bankmanager, die merken, wie wichtig dieses Thema wird. Und ich kann jedem Privatmenschen nur raten, sich dem Thema anzunehmen, wenigstens mal mit einem Stable Coin herumzuspielen, sich einfach mal einen Dollar auf der Blockchain zu kaufen und zu gucken, wie sich das anfühlt. Dollars sind risikolos, meistens. Und vielleicht mal einen NFT zu kaufen oder so was. Einfach ein buntes Bild, weil das haben mich auch mal viele gefragt `Warum sind NFT so toll? ´ Ich verstehe das nicht. Es ist ein bisschen JPEG, auf einer Blockchain, das kann ich kopieren. Ja, das JPEG kann man kopieren. Man kann aber nicht das Eigentumsverhältnissen des JPEG NFT kopieren. Um das jetzt wirklich zu bezeugen, muss jeder es selbst ausprobieren. Man merkt erst, was ein NFT Wert ist, wenn man ihn selber besitzt. Dafür muss man einen haben. Es gibt Marktplätze, da findet man sehr viele lange Listen. Es gibt auch sehr viele Insider Blogs, wo man sich da belesen kann. Da würde ich jetzt keinen empfehlen, aber wenn man einen NFT kauft, der bei OpenSea zum Beispiel, der größten Marktplatz-Plattform in diesem Bereich so unter den ersten 100 steht, wird man, wenn man ein bisschen aufpasst, nicht allzu viel falsch machen. Man kann aber alles verlieren. Also Vorsicht!  

Da sage ich Vielen Dank! Stefan Adolf zu Gast bei REFuture Hauptstadtstudio- Investieren mit Zukunft. 

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