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Alte Assetklassen neu aufgesetzt

In unserem REFuture Hauptstadtstudio Interview spricht Nils Huebener, Co-CEO der Dr. Peters Group über die Emissionen im Bereich Sachwerte, Fonds, erneuerbare Energien und Beteiligungen an Immobilien durch verschiedene Investitionsmöglichkeiten. 

Angesprochene Themen: 

  • Tokenisierung als Anlagemöglichkeit  
  • Finanzierung von Projektentwicklungen  
  • Zusammenarbeit mit Zinsbaustein.de  
  • Assetmanagement   
  • klassische Investments und neue Möglichkeiten 

Willkommen in Berlin. Können wir kurz mal die Dr. Peters Group vorstellen? Was ist Ihr Inhalt des Unternehmens? 

Ich freue mich, hier zu sein. Sehr gerne. Wir sind ein Emissionshaus, welches seit fast 50 Jahren besteht, und wir sind immer schon im Bereich Sachwerte unterwegs. Wir sind also seit Gründung immer im Bereich Immobilienfonds aktiv, haben aber auch andere Assetklassen stark abgedeckt, im Bereich Shipping, im Bereich Anlagen. Jetzt im Augenblick, in der Vorbereitung, im Bereich erneuerbare Energien. Also Sachwerte stehen bei uns im Mittelpunkt. Das ist jetzt auch losgelöst von digitalen und nicht digitalen Diskussionen sicherlich unser Ansatzpunkt. 

Losgelöst, sagten Sie schon. Also bis jetzt ist noch alles bei Ihnen, losgelöst von digitalen Ansätzen, sprich Blockchain Technologie? 

Nein, ich glaube, komplett losgelöst kann und will keiner sein. Ich sage das eigentlich eher so herum, weil für mich stehen bei dem Thema Sachwerte digital die Sachwerte erst mal im Vordergrund. Das ist, glaube ich, immer noch so, dass egal, was die Verpackung, was der Vertriebskanal, was auch die Beschäftigung mit dem Gegenstand angeht, der Kern eben der Sachwert bleibt. Und das ist sicherlich auch noch immer noch das entscheidende Element bei den verschiedenen Qualitäten, die man da finden kann. Aber klar ist es natürlich so, dass Digitalisierung bei uns eine große Rolle spielt. Ich glaube, dem positiven Druck kann sich da keiner entziehen. Wollen wir auch gar nicht, machen wir auch nicht. Und wir sind auch in der Branche weiter beschäftigt. Wir haben eine Beteiligung an der Zinsbaustein.de, eine rein digitale Plattform. Aber wir haben auch noch ein großes, eher analog geprägtes Bestandsgeschäft, wo auch viele Kunden dabei sind, die auch auf diesen Kanälen weiterhin bedient werden wollen. 

Zinsbaustein Sie haben es schon angesprochen. Gehen wir ganz kurz mal rein. Da kann man schon ab 500 € komplett digital investieren. Das heißt, 500 € ist natürlich nicht diese Riesensumme. Das heißt also, da macht es dann die Masse? 

Da macht es dann schon die Masse und natürlich auch die Einfachheit des Investments. Also im Grunde geht es dabei um kuratierte Investments, die alle im Bereich Immobilien stattfinden, sei es auf Unternehmensebene oder eben meistens am Asset selber direkt angehängt. Die große Stärke, im Grunde Vertriebsweges, ist der einfache Zugang und damit eben auch die Möglichkeit, das mit relativ kleinen Tickets machen zu können. Das ist der große Vorteil dabei. Jetzt, im klassischen Bereich der sonst überwiegenden geschlossenen Fonds, sind die Wege da natürlich etwas komplizierter und deswegen sind auch sicherlich die Einzeltickets dann da auch größer und etwas weniger leicht zu handeln. 

Das ist wie jetzt bei der Zinspauschalen ist das der Fall. Da geht es überwiegend um Finanzierungen von Projektentwicklungen, weniger um Bestandsgeschäft. Zumal das auch dann Investments sind für die Anleger, die dort relativ kurze Laufzeiten haben. Also da geht es nicht dann wie bei einem typischen geschlossenen Immobilienfonds darum, dass Investoren sich sieben oder zehn Jahre dort binden, sondern das sind dann eben oft kürzere Laufzeiten, zwei bis drei Jahre in der Größenordnung. 

Das heißt also schnell investieren und schnell refinanzieren oder schnell Gewinne machen? 

Ja, Gewinne machen. Also es ist eine Anlage mit einem kurzen und mittelfristigen Zeithorizont. Und das ist, glaube ich für jeden Anleger so, dass er dort meist ja auch verschiedene Interessen hat und das ein Element abbildet sollte, was nachgefragt ist. Und das ist jetzt schnell Gewinne machen. Also so eine Rendite über einer kürzeren Laufzeit. 

 Bestandsimmobilien und das ist auch das Thema bei REFuture SE, die gesagt haben, okay, wir haben Immobilien im Bestand und möchten auch nicht weggeben, sondern wollen also andere dann beteiligen durch eine Tokenisierung. Das heißt nicht zu sagen, das Gebäude gehört mir, sondern ich verdiene durch dieses Gebäude. Könnte es auch für Sie ein Modell sein? 

Grundsätzlich ist das sicherlich eine spannende Idee. Die ganze Tokenisierungsdiskussion und dessen Möglichkeiten gelten nicht nur für den Bereich Immobilien, sondern ganz allgemein Möglichkeiten entstehen, die aus weniger liquiden Dingen Liquidität herstellen können. Das ist auf jeden Fall spannend. Das ist jetzt aus meiner Sicht nicht unbedingt so relevant für geschlossene Fonds, die im Bestand sind und dort auch meistens ja eben in dem Format von Investoren so geschlossen wurden, dass man sich für eine bestimmte Zeit verpflichtet bindet. Also das heißt, die Auflösung jetzt gerade der schon bestehenden Vehikel halte ich dann nur begrenzt für relevant, weil das eben sicherlich bei vielen Anlegern auch nicht unbedingt ins Programm passt oder auch nicht der ursprüngliche Gegenstand dieser Investmententscheidungen war. Aber es ist natürlich eine unglaublich spannende Möglichkeit für die Zukunft und auch für neu aufgelegte Vehikel, dort einfach eine andere Liquidität und Zugänglichkeit herzustellen. 

Sie sagten, neu aufgelegte Vehikel. Das heißt also, wenn es mal keinen geschlossenen Fond gibt, sondern eher diese Immobilie, die gerade rausgelöst wird aus diesem Fonds vielleicht. 

Ich würde das jetzt erst mal allgemein beantworten. Sicherlich ist das eine echte Möglichkeit, gar keine Frage. Und ich glaube, dass es vor allen Dingen so ist, dass eben jetzt neue Investoren Schichten für den Gegenstand entstehen, den kann man sicherlich über diese neue Flexibilität auch gewinnen. Ich glaube, dass es weiterhin auch daneben ganz klar analoge Bedarfe und Nachfrage gibt. Es ist auch, muss man auch ganz klar sagen, in dem Geschäft eine Generationenfrage. Also der klassische Zeichner von einem geschlossenen Fonds in Deutschland ist jetzt nicht unbedingt im Augenblick digital affin. Das wird sich natürlich weiterentwickeln und da muss man auch sehen, wie diese Entwicklung sich dann mit der bisherigen Situation und auch den Ansätzen dann irgendwann übereinanderlegen wird. 

Das Thema Old Economy, also es klingt immer so aus wie abgefertigt, schon vorbei, aber Sie sehen das nicht so, sondern als Fundament, wahrscheinlich für neue Möglichkeiten. Sehen Sie da eher den Zusammenschluss oder den langsamen Wechsel?  

Ich meine, wir haben uns natürlich als Investmenthaus mit 50 Jahren Tradition in dieser Zeit regelmäßig neu orientieren, auch teilweise neu erfinden müssen und genauso das hat dann auch mit Assetklassen zu tun. Was ist da, was ist da gefragt, wie werden die gemanagt und wie kommen die in so ein Produkt rein? Und das Gleiche kann man natürlich jetzt auch für die digitalen Entwicklungen so sagen. Es ist für uns eine Bereicherung, was die Möglichkeiten und die Tools angeht. Sie hatten vorhin die Beteiligung angesprochen, die wir ja ganz bewusst in dem Bereich gegangen sind, was Crowdinvesting angeht. Wir glauben, dass da viel von parallel existieren wird, dass es da auch viel gegenseitige Bereicherung geben wird in die eher traditionelleren Kanäle rein und in die neuen Kanäle rein. Das ist für mich kein Ausschluss und auch kein Gegeneinander. Und klar werden wir da auch dabei sein und davon profitieren. 

Und den Markt beobachten. Wahrscheinlich sind die Entwicklungen wie machen Sie andere. 

Also ich meine, das ist ganz klar so. Deshalb sind wir auch hier bei dem Event, sodass man lernen und sich orientieren kann. Wir kommen erst mal aus dem Verständnis von Sachwerten heraus, wir sind wie gesagt dort seit über 50 Jahren am Markt und über 7 Milliarden Euro in Fonds aufgelegt. Das Wichtigste ist, dass Sie das richtige Asset auswählen und dass Sie das richtig managen und dort dann für die Anleger einen Erfolg herstellen können. Aber da werden sowohl in dem Asset Management Möglichkeiten entstehen oder sind auch schon entstanden, wie die Digitalisierung dort Türen öffnen kann. Das sind natürlich Vertriebskanäle, die wir schon angesprochen haben. Und insgesamt ist auch die Verpackung sicherlich was, wo eben diese Flexibilisierung auch die Branche bereichern wird, weil dort eben andere Zugänge und andere Möglichkeiten dadurch entstehen. 

Und Huebener man soll sich ja immer breit aufstellen, das sind natürlich, mit der Tokenisierung von Immobilien ist natürlich dann die Möglichkeit viel, viel größer und leichter wahrscheinlich, wenn man sage ich mal 20.000, wie viel auch immer an verschiedenen Immobilien sich daran beteiligen kann. Sehen Sie das auch so oder sagen Sie im Moment, das ist dann anders zu betrachten? 

Ich glaube, das kommt wirklich auch darauf an, was der Anleger möchte, uns es gibt welche, die genau dieses Modell sich eigentlich wünschen. Ich will da eine bestimmte Quote haben. Und wenn ich mir hier von verschiedenen Projekten ein paar Tokens sind ins Portfolio legen kann, dann ist das attraktiv. Es gibt aber natürlich auch die Anleger, die auch mit größeren Beträgen sich dann schon auch eher unternehmerisch an einer Immobilie beteiligen oder auch einem anderen. Also wie gesagt, das geht ja auch für den Bereich Aviation oder Shipping oder jetzt stark ja auch im Bereich erneuerbare Energien und ich glaube da gibt es wird es geben genau wie wird es wirklich parallel die Bedarfe geben. Das mag für manche der neue, vielleicht auch einzige Weg sein. Ich glaube, es gibt weiterhin auch sehr große Bedarfe, sich da eher unternehmerisch in größeren Tickets auch zu beteiligen. 

Vielen Dank. Nils Huebener hier zu Gast im Future Hauptstadtstudio — Investieren mit Zukunft